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Berliner Morgenpost Berichtet über den ECC

Heute in der Berliner Morgenpost:

Die Preussen sind zurück

Eishockeyverein spielt nach langer Zeit wieder gegen klangvolle Namen – in der neuen Oberliga

Berlin. Darauf haben die Eishockeyfans im Westen der Stadt lange gewartet: Nach mehr als einem Jahrzehnt reisen in Charlottenburg wieder Gegner aus anderen Regionen als fast nur Berlin und Sachsen an. Und Nostalgie spielt sicher mit beim ECC Preussen in der kommenden Oberliga-Saison gegen Gegner wie die Füchse Duisburg, Hannover Scorpions, Moskitos Essen – die Namen wecken Erinnerungen an die Zeiten, in denen die Berlin Capitals noch in der DEL mitmischten. Mit den Tilburg Trappers spielt zudem der Rekordmeister aus den Niederlanden mit.

Der ECC ist zwar nicht der juristische, aber doch der inoffizielle Nachfolgeverein des Klubs, viele der früheren Capitals-Anhänger drücken heute dem ECC die Daumen. Vizepräsident Thomas Leonhardt bekam in den vergangenen Wochen viele Anrufe einstiger Fans, die sich ihre Tickets für die bevorstehende Oberliga-Spielzeit sichern wollten. “Wir rechnen mit einem Schnitt von 500 Zuschauern”, sagt er. Zum Auftakt empfangen die Berliner am Freitagabend (19.30 Uhr, Eissporthalle Charlottenburg, Glockenturmstraße 14) den Ligafavoriten aus Duisburg. Am Sonntag (16 Uhr) geht es dann gegen die Hannover Scorpions, den DEL-Champion von 2010.

“Das werden sicher emotionale Spiele”, sagt Marco Rentzsch, der Trainer der Preussen. Der frühere Verteidiger sieht sein Team als Außenseiter, Ziel ist zunächst einmal der Klassenerhalt. “Viele der anderen Klubs sind viel professioneller aufgestellt, verfügen über höhere Etats und bekommen zum Teil sogar Förderlizenzspieler aus der DEL”, erklärt Rentzsch. Die Förderlizenzspieler der Eisbären erhalten entweder bei Zweitligist Dresden oder beim ECC-Lokalrivalen und Liga-Konkurrenten Fass Berlin ihre Spielpraxis.

Ex-Nationalspieler Rentzsch, der einst das Trikot der Berlin Capitals trug, will mit seiner Mannschaft aus einer stabilen Defensive heraus agieren. “Wir haben aber auch Leute, die Tore schießen können”, sagt er. Besonders stolz ist man beim ECC auf die Verpflichtung des litauischen Nationalspielers Donatas Kumeliauskas. “Sie sind allesamt eine Verstärkung. Da ist niemand dabei, der nur den Kader auffüllt”, lobt Marco Rentzsch die sieben Zugänge.
Trainer Rentzsch spielte mit 49 Jahren noch selbst

In der vergangenen Saison in der Regionalliga hatte Marco Rentzsch mit 49 Jahren selbst noch einmal die Schlittschuhe geschnürt, doch das wird es in der Oberliga nicht noch einmal geben: “Auf dem Niveau hat es keinen Sinn mehr. Höchstens zum Saisonabschluss, wenn der Klassenerhalt bis dahin schon unter Dach und Fach ist.”

Der ECC Preussen hätte schon früher in der Oberliga spielen können, entschied sich aber trotz sportlicher Qualifikation dagegen, auch weil er zwischenzeitlich keine sportliche Heimat hatte und von Charlottenburg nach Wedding, Tempelhof und wieder zurück nach Charlottenburg tingelte. “In dieser Zeit sind uns einige Mitglieder verloren gegangen. Wir wollten uns erst wieder stabilisieren, ehe wir den Schritt nach oben wagen”, erklärt Thomas Leonhardt. “Die neue Liga bedeutet für uns zwar einen höheren finanziellen Aufwand, ist in der neuen Zusammensetzung sportlich aber auch sehr reizvoll”, sagt er.

Nach der Umstrukturierung der Oberligen spielen die Berliner Vereine nicht mehr nur gegen die Ostvereine, sondern auch gegen Klubs aus dem Westen und Norden Deutschlands. Fehlt nur noch eine Wiederauflage des Berliner Derbys gegen die Eisbären, doch das scheint nach der Einstellung des Pokals höchstens als Testspiel denkbar. “Wir stünden einem solchen Spiel offen gegenüber”, sagt Leonhardt: “Wenn sich ein Termin ergibt, könnte man darüber nachdenken.”

Quelle: Berliner Morgenpost. Von Philip Häfner

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