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ECC Preussen • Halbzeitanalyse • Oberliga

 

Wohin führt die sportliche Reise beim ECC Preussen Berlin?
Die Hinrunde in der Oberliga Nord ist bereits Geschichte. Nach der für viele Vereine willkommenen Pause, welche dem Vier-Nationen-Turnier (Deutschlandcup) zu verdanken ist, wollen auch die „Jungen Wilden“ aus Charlottenburg durchstarten und in der Tabelle Boden gut machen.

Die Hinrunde ließ bei den Berlinern doch viele Wünsche unerfüllt…

Während der Sportliche Leiter Björn Leonhardt das Wort Playoffs nicht in den Mund genommen hat, gab es nicht Wenige, egal ob Aktive, Verantwortliche oder Fans, im Verein die sich zu diesen Träumen haben verleiten lassen. Bereits nach zwei Spieltagen kehrte Ernüchterung am Glockenturm ein. Statt der erhofften sechs Punkte aus den beiden Begegnungen gegen TecArt Black Dragons Erfurt wies die Tabelle ein mageres Pünktchen aus.
Es fehlte die Leichtigkeit des Seins. Es wurde zu umständlich agiert und im Abschluss zu oft die Verantwortung weitergereicht. Dann folgte das bisherige Saisonhighlight. Das Team von Ex-Trainer Lenny Soccio, die Hannover Indians, wurden am heimischen Glockenturm niedergerungen. Schnörkeloses Hockey vorgetragen mit viel Selbstvertrauen machten diesen Sieg möglich.
Auch in Duisburg wusste man zu gefallen und war ganz nah dran an zumindest einem Punkt. Am Ende mussten die Preussen der „kurzen Bank“ Tribut zollen. Bei der nächsten Spitzenmannschaft in Leipzig und zu Hause gegen Halle hatte man nicht viel zu bestellen. Wieder wirkte vieles zu umständlich und es war deutlich zu sehen, die vielen jungen Spieler müssen noch viel lernen. Robustheit und Cleverness fehlen einfach noch.
Trainer David Haas hat trotzdem „große Lust“, mit jungen Spielern zu arbeiten und sie in individueller Detailarbeit zu entwickeln. Der Trainer selbst erwartet, „dass sie hart arbeiten und sich der Konkurrenz stellen. Sie werden sicherlich noch viele Fehler machen, aber die muss man ihnen in ihrer Entwicklung auch erlauben, damit sie daraus lernen können. Jetzt kam es knüppeldick für das Team um Kapitän Max Janke. Jakub Rumpel, Topscorer der Preussen, fällt mit einer schweren Knieverletzung –operativer Eingriff ist leider unumgänglich-vermutlich für den Rest der Saison aus. Es folgt ein Hammerwochenende mit drei Spielen in drei Tagen. Zweimal Essen und Tilburg sorgten endgültig für Katerstimmung an der Glocke weil auf der Habenseite eine fette Null stand. Die Pechsträhne mit vielen verletzten Spielern hielt an und der Kader wurde zusehends sehr übersichtlich.

Zeit zum Handeln!
Drei neue Spieler wurden mit „Tryout“ Verträgen bis zum Ende der Hinrunde ausgestattet. Besonders die Reaktivierung von Marvin Tepper sorgte allerorts für Aufmerksamkeit. In Rostock kämpfte das neu zusammen gestellte Team tapfer, hielt bis zwei Minuten vor Ende der Begegnung ein Unentschieden, aber belohnen für ihr couragiertes Spiel konnten sie sich nicht. Am Ende fehlten Glück und Puste.
Gegen die Crocodiles Hamburg hatten die Jungen Wilden nicht zu bestellen. Der Gegner macht aus jeder kleinen Chance eine Bude –abgezockt nennt man das- und Preussen lässt die dicksten Dinger liegen. Aber ein Lichtstreif am Horizont. Marvin Tepper war an allen drei Preussen-Toren beteiligt und zeigte, dass er wieder Spaß an dem Spiel mit dem Puck hat. Nächste Chance auf Punkte in Braunlage. Es war keine Delikatesse, aber die Jungs bissen sich regelrecht in das Spiel und belohnten sich mit einem Dreier. Marvin Tepper hat eine perfekte Bewerbungsmappe für eine Vertragsverlängerung vorgelegt. Zwei Tore und drei Vorlagen konnte er zum Sieg beisteuern. Spiel Nummer dreizehn in der Hauptrunde galt es am Timmendorfer Strand zu absolvieren. Mit einem Erfolgserlebnis (5:2 Sieg) konnte die Heimreise angetreten werden.

Das bisher letzte Spiel, zu Hause gegen die Hannover Scorpions ging mit 0:3 verloren. Die Bewerbungsmappe von Marvin Tepperhat leider einen Kratzer davongetragen. 5+Spieldauer bereits nach vier Spielminuten bescherten ihm freie Auswahl im Duschtrakt. So und nun endlich 2 Wochen Pause. Hat das Team auch dringen nötig!

Jedenfalls ist mit den Preussen, wenn auch die verletzten Spieler wieder dabei sind, in der Rückrunde durchaus zu rechnen.

Bericht: Johannes Maier
ECCPREUSSEN/ Oberliga