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Hinter den Kulissen der Preussen

 

Heute widmen wir uns einer Institution der Preussen. An ihm führt nun wahrlich kein Weg mehr vorbei, egal ob voller Inbrunst und Leidenschaft im Fanblock oder wortgewandt und bissig in seinen Berichten. Ein Preusse durch und durch unser Hannes, der sein Herz am rechten Fleck hat. Zeit, unserem Tierfreund, dem hin und wieder auch mal die Gäule durchgehen, wenn er richtig auf Trab ist, mal etwas genauer auf den Zahn zu fühlen.

Hallo Hannes, wie lange zieht es dich jetzt schon zu den Preussen und wie kam es dazu?
Ich komme aus dem beschaulichen Sauerland und das Sportangebot war sehr übersichtlich. Familiär völlig unbelastet habe ich schon an der Mutterbrust Tor geschrien. Fußball war meine große Leidenschaft. Wir hatten keinen Fernseher und ich musste immer bei den Nachbarn betteln um Sportschau sehen zu können. In Iserlohn gab es Rollhockey in der heutigen Eishalle am Seilersee. Man war das langweilig.5 Kilometer entfernt in Hemer gründeten kanadische Soldaten den EC Deilinghofen. Das war mein Ding. Im November 1975 verschlug es mich nach Berlin. Ja habe Zach und Kompanie noch live erlebt. Ein Schulfreund spielte beim BFC Preussen bei der damals noch offenen Tante Erika im Nachwuchs. Wir hatten ein Abkommen. Ich geh mit ihm zum Eishockey und er mit mir zum Fußball (Union 06 Moabit). Lange Zeit habe ich das Geschehen auf dem Eis nur aus der Ferne verfolgt. 5 Tage die Woche Fußball und gerade am Wochenende und Eishockey waren nicht unter den Hut zu bringen.

Du bist ja nun genauso, wie deine Kollegen nicht nur ein Teil des Mediateams, sondern vor allem Fan der Preussen. Wie schaffst Du es, beides unter einen Hut zu bringen?
Das war anfangs sehr schwer für mich. Inzwischen habe ich gelernt damit umzugehen. Zum Glück muss ich mich nicht entscheiden, sonst würde ich mich ganz klar für die Stehplatzränge entscheiden. Das wissen auch die Verantwortlichen im Verein und deshalb kommt mir keiner krumm. Ich bin unabhängig und deshalb völlig frei in meinen Entscheidungen.

Wie bist Du zur schreibenden Zunft gekommen?
Das ist aus heutiger Sicht leider ein trauriges Kapitel. Die Fangemeinschaft Sieg oder Spielabbruch hat vor über 10 Jahren ein Forum eröffnet. Es gab so viele Anfeindungen von außen und auch die Fanclubs bei Preussen haben das argwöhnisch betrachtet. Ich habe mich dagegen gewehrt und mein heutiger Freund Schally hat anfangs gepostet: löscht den Idioten, der macht nur Stunk. Meine Art zu Schreiben hat anscheinend den Verantwortlichen im Verein gefallen. KW schwer erkrankt – zum Glück ist er wieder das blühende Leben- ein neuer Kleckser musste her. Thomas Leonhardt und Stephan Unrath haben mich nach bester christlicher Demagogie bearbeitet bis ich gesagt habe „Otze macht es“. Bis heute verbindet mich mit Beiden eine große Eishockeyfreundschaft die wir leider nicht genügend ausleben können. Jeder hat sein Ding zu laufen. Aber eines weiß ich ganz genau. Habe ich mitten in der Nacht in Buxtehude eine Autopanne, beide würden mir sofort helfen und das macht eine Freundschaft so wertvoll.

Was macht unser Hannes, wenn er mal nicht gerade in Preussenaction ist?
Ich wache mit Preussen auf und gehe mit Preussen ins Bett. Eine Geliebte voller Leidenschaft die Leiden schafft. Danach kommt mein Hund Eugen. Meine Frau hat abends den gewissen Blick, was veranstaltet der schon wieder am PC? Bleib ganz entspannt Mäuschen, im TV wird nicht wirklich operiert. Es passt und sie hat mir versprochen, wir machen eine Auswärtsfahrt mit Übernachtung und Kurzurlaub. Die Töle kommt zur Tochter und alles ist gut.

Du hast ja nun auch diverse Jahre für die Preussen auf dem Buckel. Was waren für dich die traurigsten Momente und welche waren für dich unvergesslich?
Richtig geärgert habe ich mich 2005 als die Mannschaft im Finale gegen Erfurt in der Kartoffelhalle absichtlich verloren hat um im dritten Spiel zu Hause (letztes Spiel in der Deutschlandhalle) alles klar zu machen. Der Schuss hätte auch nach hinten losgehen können. HuHuHu Hurbanek Festspiele im Welli zum Jubiläum von Fass vor über 1400 Dynamos werde ich nie vergessen.

Gibt es denn für dich einen “Lieblingsspieler” über all die Jahre beim ECC?
Das ist ganz klar Björn Leonhardt. Ein ganz feiner Kerl, schade dass er in die Jahre gekommen ist.

Dein Freund und Kollege Marcy ähnelt bei manchen Spielen einer Dampflok mit Überdruck, Du ähnelst da eher einem wilden Hengst, der unruhig in der Startbox steht…was regt Dich besonders auf, bzw. was kannst Du gar nicht leiden?
Mich regen die Berliner Schiedsrichter bei unseren Heimspielen auf.  Wir werden oft benachteiligt und sie treffen Entscheidungen wo ich ausrasten könnte. Für die Kohle die sie erhalten erwarte ich einfach eine objektive Einschätzung des Geschehens auf dem Eis.

Wie ist deine Einschätzung zum eingeschlagenen Weg der Preussen?
Ich wollte eigentlich meine Episode als Schreiberling zu den Akten legen. Dann kam Leo Senior um die Ecke und sagte: Gib Junior eine Chance, ich vertraue ihm zu 100% „Die Jungen Wilden“, Mutti haben wir noch Pampers in der Kommode?

Du bist bei den Spielern, Verantwortlichen und Fans bekannt, wie ein bunter Hund im Albinokäfig….Segen oder manchmal Fluch? Was erwartest Du in der kommenden Saison von den Preussen?
Wir sind ein familiärer Verein ohne Kooperationspartner. Bei uns hat der eigene Nachwuchs eine Chance sich zu empfehlen. Ich finde diesen Weg gut und unterstütze es. Verein und Spieler sollten sich zusammensetzen und eine Lösung für die Zukunft ausloten. Wie blöd muss man sein um Marvin Tepper nicht zu binden.  Was für ein Sturm. Ich wünsche mir zum Saisonauftakt ein Heimspiel gegen die Füchse. Da geht an der Wedau jedem der Schlüpfer.

Und zu guter Letzt darfst Du auch gerne etwas zu unseren Fans, Lesern und sonstigen Personen loswerden.
Nein ich schreibe nicht die Halle voll, sondern der Bambi geht diesmal an:
Rainer Bormann…Er macht einen Job wie man es von einem Präsidenten erwarten darf. Sponsoren holt er ran wie kein Zweiter. Zimbo alte Hundelunge, SAT1 Frühstücksfernsehen ist voll in Preussen Hand…Senior alter Falter, du hast noch lange nicht fertig.

Hannes, Ich danke Dir für deine Zeit, die Du geopfert hast, um uns allen die Fragen zu beantworten.

 

Interview: Marcus Schulze
Design: Sebastian Millbrandt
Pressestelle ECCPreussen