post

Hinter den Kulissen der Preussen

 

Privat ist er eher ein ruhiger Vertreter, aber am Mikro rastet er völlig aus. Bis zur totalen körperlichen Erschöpfung holt er die letzten Körner aus seinem geschundenen Körper raus. Die Rede ist von unserem Hallensprecher Dirk Franke. Was er sonst noch so auf der Pfanne hat, wollen wir mal aus ihm rauskitzeln.

Wenn das Presseteam richtig unterrichtet ist, ging dein Stern als Hallensprecher bei den Saale Bulls auf. Wie kam es dazu?
Ah ja, das war 2004. In diesem Jahr hatte sich der damalige Eishockeyclub die „Saale Teufel“ aufgelöst und es wurde durch die Eishallenbetreiber, Frank Busch und Andreas Werkling, der ESC 04 die „Saale Bulls“ ins Leben gerufen. Zu diesem Zeitpunkt war ich am Wochenende in der Eissporthalle beschäftigt.

Ich weiß es noch fast genau. Es war ein Freitag oder Samstag und es wurde gerade Paul McCartney, Hope of Deliverance gespielt, als das damalige Vorstandsmitglied und heutige Präsident des MEC04 – Saale Bulls – Daniel Mischner – mich ansprach und fragte „…ob ich mit meiner Rummelplatzstimme nicht Bock hätte gemeinsam mit einem weiteren Kollegen als Hallensprecher für die Saale Bulls tätig zu sein“…..Ich sagte natürlich ja…

So arbeitete ich dann mit Marc Beyer, der noch heute der Hallensprecher der Saale Bulls ist, zusammen und gemeinsam haben wir von klein auf, mit genügend Lehrgeld, ein kleines Event zu jedem Heimspiel veranstaltet.

Wir waren uns zu fast nichts zu Schade und hatten eine verdammt gute Zeit. Immer für einen Gag zu haben. So sind wir bei dem Spiel vs. „Harzer Wölfe“ im Sinne von Rotkäppchen und der Wolf zum Opening aufs Eis gegangen. Marc als Rotkäppchen und ich als Jäger. Oder bei einer Begegnung mit den „Beach Boys“ vom Timmendorfer Strand sind wir in Bermudahemd, Shorts und mit Surfbrettern zum Opening gestartet, etwas kalt aber dennoch cool. Und unvergessen zum Finalspiel gegen die Ratinger Ice Aliens, zur Titelmusik von „Men in Black“ mit einer schwarzen Limousine, im schwarzen Anzug, mit Sonnenbrille das Spiel eröffnet.

Und so haben wir bis 2007 gemeinsam viele geniale Spiele erlebt und hatten viel Spaß mit unseren Kollegen aus dem Kampfgericht. Leider musste ich das ganze aus beruflichen Gründen aufgeben, da es mich an die Küste zog. Zwar habe ich bis 2008 dann noch ab und zu ausgeholfen, aber bei weitem nicht mehr so intensiv und ab 2009 hatte ich gar nichts mehr mit Eishockey zutun, das Jahr in dem ich mit meiner Frau nach Berlin kam.

In Berlin warst du zunächst bei FASS Berlin aktiv. Zunächst als Leihsprecher hat es dich dann zur letzten Saison endgültig an den Glockenturm getrieben, wie kam es dazu. Was macht für dich die Faszination bei Preussen aus?
Die Preussen erinnern mich ein wenig an die Anfänge der Saale Bulls. Es gibt sehr viel Potential in allen Bereichen. Die Saale Bulls wurden von Anfang an schon wie ein „Unternehmen“ mit sehr viel Herzblut geführt und der bisherige Erfolg zeigt, dass es der richtige Weg war. Die Preussen werden ebenfalls mit sehr viel Herzblut nach vorne gebracht, auch wenn es an der einen und anderen Stelle noch ein wenig hakt, der bisherige Weg ist vollkommen richtig, auch wenn es manchmal nicht für jeden so scheint.

Es sind die Menschen hinter den Kulissen die mit Herzblut alles daran setzen aus den Preussen wieder eine Institution zu machen. Ein Name, eine Mannschaft, einen Erfolgsverein, mit einem nachhaltigen Nachwuchskonzept. Faszinierend für mich ist auch die Tatsache ein kleiner Teil dieser Menschen sein zu dürfen und meinen Beitrag für den Verein leisten zu können. Ebenso macht die Preussen die Fan Base aus. Es gibt eine!! Auch wenn es nicht die tausenden Fans sind die man gerne sehen würde (wäre eine mega Kulisse), so ist es ein Anfang der stetig wächst. Um es kurz zu sagen die Preussen haben eine gute potentiale Struktur und geniale Fans. Es sind also die Menschen hinter und neben den Preussen die mit Leidenschaft für den Sport und die Mannschaften die Faszination ausmacht.

Pressekonferenz, Fantreffen, Saisonauftakt und -abschluß des Vereins moderierst du profihaft und stellst auch noch dein persönliches Equipment zur Verfügung, das ganze kostenlos, eher pumpst du noch die ein oder andere Grünmeise in deine geliebten Preussen. Bist du vielleicht etwas Bluna?
Mmhhh…. Sind wir nicht alle ein wenig Bluna??
Vielleicht würde man das als verrückt bezeichnen, aber die Arbeit für die Preussen ist der Ausgleich zu meinem Job. Die eigene Technik ist in dieser Halle halt notwendig, da der Bauherr sich bei der Tontechnik richtig über das Ohr hauen lies… ehrlich, so viel Schrott habe ich schon lange nicht mehr gesehen und gehört. Und über die Grünmeise spricht man halt nicht.

Vor einigen Tagen hast du dich doch zu einem Gefühlsausbruch hinreißen lassen.“Das wird eine super Saison“ waren deine Worte. Was veranlasst dich zu solchem Optimismus?
Die Tatsache, dass der Verein nicht stillsteht und sich weiterentwickelt. Das diesjährige innovative Mannschaftskonzept was sich deutlich von den anderen Vereinen abhebt und natürlich das Wissen über anstehende Verpflichtungen, dass veranlasst mich zu diesem Optimismus.

Zum Schluss darfst du noch ein paar persönliche Worte an die Preussengemeinde richten.
Was ich euch schon immer mitteilen wollte:
Ich weiß ich bin manchen vielleicht zu „laut“, das tut mir leid, aber man kann es nun mal nicht jedem recht machen, schon gar nicht, wenn man für diesen Sport und die Preussen brennt. Aber das nur am Rande…

Was ich aber schon immer mal sagen wollte, Danke…
dafür, dass ich in der Preussengemeinschaft sein darf und dass die Fan Base von Mal zu Mal besser mit mir interagiert. Umso wichtiger ist es auch, dass immer mehr begeisterte Fans den Weg in die Halle finden. Denn ohne Euch ist Eishockey nur ein Aufeinandertreffen von zwei Mannschaften. Zum Eishockey gehört nun mal mehr als nur das Spiel. Es ist der Spaß, die Stimmung einfach das Drum Herum was aus diesem Aufeinandertreffen einen Event für die ganze Familie macht.

Und auch wenn ein Spiel mal nicht so läuft wie man es sich wünscht und auch wenn es mal Niederlagen gibt ist es dennoch wichtig nicht nur als Spieler, sondern auch als Fan am Ball zu bleiben. Also liebe Preussen schnappt euch Eure Freunde, nehmt Eure Familie und kommt zu den Spielen der Preussen. Sagt es allen die Ihr kennt und darüber hinaus…

Die Preussen sind wieder am Start!!!

Euer Dirk

 

Interview: Johannes Maier
Design: Sebastian Millbrandt
Pressestelle ECCPreussen