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Preussens Präsident, Sven Krey, zieht Resümee über seine bisherige Amtszeit und richtet den Blick in die Zukunft

 

Seit dem 19.Dezember 2018 haben die Preussen Berlin einen neuen Präsidenten. Sven Krey, ein Mann der richtig anpacken kann, sieht sich eher als Denker und Lenker im Hintergrund. Das einige Bewegung im Hintergrundstattfindet, das kann man an der ein oder anderen Stelle sehen, für manche aber nicht unbedingt positiv. So ist es nicht verwunderlich, dass man nach der Spielabsage gegen Tilburg und der Freigabe von Josh Rabbani an die Rostock Piranhas, mehr denn jäh wissen möchte, wie steht der Verein da?  was ist das wirkliche Ziel der Oberliga? bzw. gibt es überhaupt noch eine Oberligasaison an der Glocke?

All diese Fragen sind berechtigt, aber manchmal muss man klare Prioritäten setzen, alle Informationen zusammentragen, um sich dann sicher öffentlich zu äußern.

 

Um den Wissensdurst zu stillen haben wir Sven Krey direkt angesprochen und wir freuen uns, dass er sich Zeit nahm, sich unseren Fragen zu stellen.

 

Sven, du bist nun seit über einem Monat Präsident des ECC Preussen Berlin. Wer in den Hintergrund schaute, sah, dass Du ziemlich viel gewirbelt hast und erste Veränderungen sich einstellen. Was für ein Resümee bezüglich der Oberliga kannst Du bisher ziehen?

Sven KreyJa, ich habe mir die Zeit genommen genau in die „Strukturen“ des Vereins zu schauen und verschiedene Dinge zu analysieren. Dabei unterstützt mich insbesondere Holger Wettlaufer in seiner Funktion als Vizepräsident und ja einige Veränderungen haben wir schon angestoßen. Was die Oberliga betrifft müssen wir deutlich sagen, dass wir die Entwicklung dieser Liga, in den letzten beiden Jahren, unterschätzt haben. Gerade in dieser Saison müssen wir festhalten, dass wir nicht mehr von einer Semi-professionellen Liga sprechen können, sondern diese sich nunmehr zu einer Profiliga entwickelt hat und auch weiter entwickeln wird. Dadurch sind wir durchaus an unsere Grenze gekommen, denn man kann mit unserem kleinen Kader und dann noch mit der Verletztenmisere kaum effektiv mithalten. Die Fehler sind gemacht, man kann daraus nur für die Zukunft lernen.

 

Du sagst mit dem kleinen Kader und den vielen Verletzten kann man nicht effektiv mithalten, Wie sieht denn nun das realistische Ziel für die Oberliga aus, ist die Saison gelaufen?

Sven KreyWir stehen im ständigen Kontakt mit Uli und wir hinterfragen uns jede Woche aufs Neue was das eigentliche Ziel jetzt noch sein kann und gemeinsam mit Uli und der Mannschaft haben wir den Willen noch 9 Punkte aus dieser Saison mitzunehmen.

 

Um Punkte zu holen, muss man aber spielen. Wieso wurde das Spiel gegen Tilburg vom 1.Februar nun auf den 20.Februar verschoben?

Sven KreyUm Punkte zu holen, müssen wir auch eine Mannschaft haben. Verfolgt man das Internet, dann sieht man viele kritische Stimmen diesbezüglich, aber auch einige Wenige, die es realistisch sehen. Der ein oder andere kann es nicht mehr hören, aber wir haben über längere Zeit mit bis zu 10 verletzten Spielern, darunter einige Leistungsträger, zu kämpfen. Dies kann kein anderer Verein in dieser Saison vorweisen. Um überhaupt spielfähig zu sein, um kein Spiel absagen zu müssen, haben wir auf Nachwuchsspieler der U17 und U20 zurückgegriffen. Was aber nicht hieß, dass diese dann ihren Ligabetrieb einstellten, im Gegenteil, sie hatten eine Mehrfachbelastung. Wir haben uns dazu entschieden das Spiel in Tilburg zu verschieben, weil wir als Verein und stellenweise Arbeitgeber eine Verantwortung für unsere Spieler haben. Um die noch verbliebenen Spieler der Oberliga, die stellenweise auch schon angeschlagen sind, und vor allem unsere Jungs der U17 und U20 zu schützen, sind wir diesen Schritt gegangen. Was aber nicht heißt, dass wir das Spiel nicht wollen, es wird ja nun am 20.Februar nachgeholt und wir freuen uns schon auf diese Begegnung, vielleicht nehmen wir mehr als einen Punkt mit.

 

Wenn wir schon von angeschlagenen Spielern sprechen, gibt es etwas Neues aus dem Lazarett?

Sven KreyEinige Spieler trainieren teilweise schon wieder mit. Der Stand am heutigen Tag ist, dass Lukas Stettmer, Eddy Rinke-Leitans und Quirin Stocker wieder mit auf dem Eis stehen werden. Auch wenn diese noch nicht voll einsatzfähig sind, zeigten sie sich beeindruckt von unserer Mentalität „Spieler nicht zu verbrennen“ und wollen die Mannschaft und den Verein mit Einsatzbereitschaft und Kampf unterstützen.

 

Das alles zeigt ja, dass die Preussen eigentlich jeden Spieler gebrauchen können, warum hat man Josh Rabbani ziehen lassen?

Sven KreyDas ist ziemlich simpel. Die Transferfrist endet heute am 31.01.2019 und Josh hat nun mal die Möglichkeit bei einer seiner vergangenen Spielstationen, den Rostock Piranhas, Play Off zu spielen. Warum soll man das einem Spieler verwehren und riskieren, dass er dann nicht mehr mit vollem Einsatz für uns aufläuft, was ich zwar nicht erwartet hätte, aber ein Spieler ist auch nur ein Mensch. Und wenn ich mich nicht täusche, ist Josh nicht der Erst den man in der laufenden Saison ziehen ließ, damit er sich weiter entwickeln kann.

 

Sven wenn man nun aber auf die bisherigen Turbulenzen schaut, ist es durchaus verständlich, dass man sich die Frage stellt; Steht der Verein auf einem sicheren Fundament?

Sven KreyEindeutig – Ja! Eine Insolvenz stand und steht zu keiner Zeit zur Diskussion. Wie wir schon am Anfang des Interviews feststellten, gab es Struktur- und Finanzanalysen. Diese Analysen führten dazu, dass ich durch schon eingeleitete Strukturveränderungen und Sparmaßnahmen sicherstellen kann, dass der Verein in eine stabile Zukunft geführt wird. Ein wichtiges Fundament stellt dabei die Unterstützung der Sponsoren dar, die diese schon jetzt zusicherten. Ebenso konnten wir neue Partner akquirieren. Wichtig sind aber auch die Fans und ich kann verstehen, dass sie sich nicht ausreichend informiert fühlen, wir haben ja bisher mit Informationen gespart. Auch dies soll und wird sich zukünftig zum positiven verändern.

 

Sven, „eine stabile Zukunft“, das hört sich sehr schön an, aber was plant Ihr für die Zukunft? In welche Liga richtet Ihr den Profibereich, den Nachwuchs aus?

Sven KreyZum Nachwuchs. Der Nachwuchs soll von klein auf die Möglichkeit haben sich in die verschiedensten Ligen zu entwickeln. Unser Ziel ist es mit der Jugend in der DNL aufzulaufen. Was den Profibereich betrifft, da planen wir eindeutig mit dem Spielbetrieb in der Oberliga. Und so haben wir auch schon erste Gespräche mit Spielern begonnen. Unser Ansinnen, auch im Profibereich, junge Spieler und Talente zu fördern bleibt bei der Kaderplanung wesentlicher Bestandteil, jedoch soll es diesmal ausgewogener gestaltet werden. Was uns schon jetzt freut, wir konnten Brian Bölke schon jetzt mit einem 3 Jahres Vertrag und Lukas Ogorzelec mit einem 2 Jahres Vertrag für die Preussen gewinnen. Mit Kyle Piwowarczyk und Dennis Dörner stehen wir schon in Verhandlung. Zudem planen wir eine Kooperation mit einem Partner aus Brandenburg, näheres können wir dazu jedoch erst nach dem Saisonende präsentieren.

 

Sven, ich danke Dir für Deine Zeit. Zum Abschluss jedoch, möchtest Du noch irgendwelche Worte an die Leser richten?

Sven KreyIch bin ja eigentlich kein Mann vieler Worte, eher der Taten. Aber was mir wichtig ist, wir können uns ständig an der Vergangenheit festhalten und uns daran aufreiben, oder wir leben eine bewusste Fehlerkultur und arbeiten daran diese nicht mehr zu machen. Ich bin für letzteres, jedoch dafür braucht man Unterstützung. Unterstützung in den Strukturen, durch engagierte Mitarbeiter, Unterstützung durch den Nachwuchs, Unterstützung durch Partner und Sponsoren und vor Allem Unterstützung von Denen, für die wir eigentlich angetreten sind, attraktives Eishockey zu präsentieren, den Fans. Es wird in der Kürze der Zeit nicht alles wie gewünscht funktionieren, es wird auch mal die ein oder andere Information fehlen, aber wir arbeiten daran. Lasst uns gemeinsam diese Saison vernünftig zu Ende bringen, die Jungs der Oberliga beflügeln und dann die Zukunft des Vereins, der Oberliga, vernünftig gestalten. Das habt Ihr sicherlich schon von anderen vor mir gehört, ich meine es aber so und bitte gebt mir und meinen Mitstreitern die Zeit, dies zu beweisen.

 

Das war im Interview, Sven Krey, Präsident des ECC Preussen Berlin e.V.

ECC Preussen Berlin e.V.