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TuS Wiehl Penguins sind Deutscher Para-Eishockey Meister

 

Begleitet durch die Organisation „Hockey is Diversity e.V.“, welche den offiziellen Spielpuck und die Fair-Play Trophy stellten war es nun soweit, am 16. Und 17.März 2019 fand die Deutsche Para-Eishockey Bundesliga, mit den Finalspielen in der Eissporthalle Charlottenburg statt. Neben den AngryBirds des ECC – eine Spielgemeinschaft aus Berlin, Dresden und Dachau – nahmen in dieser Liga die TuS Wiehl Penguins, die Weserstars Bremen und Ice Lions Hannover teil.

Wie es sich für Finalspiele gehört, war die Aufregung bei den Teams spürbar. Nicht nur wegen den anstehenden Spielen, nein, auch wegen der geladenen Prominenz.
Eröffnet wurden die Spieltage durch Herrn Gregor Kemper (Vorstand ECC Preussen, Spartenverantwortlicher Paar-Eishockey), welcher zugleich das Wort an Frau Schmitt-Schmelz, Bezirksstadträtin für Jugend, Familie, Bildung, Sport und Kultur und Hausherrin der Eissporthalle Charlottenburg weiter reichte. Zudem begrüßte man Frau Katarina Witt, als Vertreterin ihrer gleichnamigen Stiftung, welche das Para-Eishockey in Berlin intensiv unterstützt. Herr Professor Breuer, Chef der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, deren Logo das Trikot der AngryBirds ziert, erläuterte warum sich die DGUV für das Para-Eishockey engagiert. Herr Sven Krey, Präsident des ECC Preussen Berlin e.V., konnte mit wenigen Worten deutlich ausdrücken, warum die Preussen dem Para-Eishockey eine Heimat in Berlin geben, „…jeder sollte diesen wunderbaren Sport ausüben können, ob mit oder ohne Einschränkung und am besten gemeinsam…“

Und so ging es nach der feierlichen Eröffnung und dem Ehrenbully durch Frau Katarina Witt, mit der ersten Begegnung des ersten Finalspieltags, AngryBirds vs. Ice Lions Hannover los. Beide Teams brachten auf ihren Schlitten viel Druck ins Spiel, jedoch zeigten die Ice Lions sich bissiger, was sich dann auch im Ergebnis wiederspiegelte. Schon zur ersten Drittelpause zeichnete sich der Trend dieser Begegnung ab.

Einen Trend, den man sehr gerne verfolgt, ist auch die Bewerbung der Stadt Berlin um die Weltmeisterschaften im Para-Eishockey. Frau Schmitt-Schmelz sicherte in einem weiteren Interview zu, dass der Bezirk Charlottenburg bereit wäre, die Eissporthalle vollkommen barrierefrei umzubauen, diese, sollte es zum Zuschlag kommen, für eine Woche zu blocken und die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Ein Statement welches Herr Pickardt, Vorsitzender der Deutschen Behindertensportjugend gerne hört, vertritt er doch den potentiellen Ausrichter der WM. Herr Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes, wettete noch 2016, ob es gelänge eine Para-Eishockeymannschaft in Berlin zu etablieren, nun sagt er ein klares “Ja” zur WM und würde sich freuen, wenn diese in Charlottenburg stattfände, ebenso wie Herr Özcan Mutlu, Präsident des Berliner Behindertensportverbandes, der die Para-Eishockey WM als ein ebenso großes und wichtiges Sportereignis für den Behindertensport in Deutschland ansieht, wie die Leichtathletik-EM für Behinderten 2018 in Berlin. Ein weiteres Highlight war jedoch das Statement des Para-Eishockey Nationaltrainers Andreas Pokorny. Als ehemaliger Profi bei den Kölner Haien, spielte er noch im Wellblechpalast und nun trainiert er mit der Nationalmannschaft unter anderem in der Eissporthalle Charlottenburg und da scheint er sich wohl zu fühlen. Auf alle Fälle versicherte er, dass das Nationalteam heiß ist auf die Spiele 2019.

Nach diesen Aussichten Richtung November, ging die Begegnung AngyBirds vs. Ice Lions Hannover weiter und was soll man sagen, genauso wie im ersten Drittel. Die Birds versuchten zwar alles um den Anschluss zu schaffen, jedoch fehlte oftmals die Spielübersicht und klare Fahrtwege um den Lions Paroli zu bieten. Somit endete das Spiel nach 3×15 Minuten verdient mit einem 0:7 Sieg für die Lions.

Im zweiten Spiel am ersten Spieltag, trafen die Westerstars Bremen auf den amtierenden Meister, die TuS Wiehl Penguins. Das Spiel war geprägt von hoher Geschwindigkeit auf beiden Seiten, jedoch schaffte es Wiehl geschickter die Pucks in den Toren zu versenken. Auch wenn Bremens Goalie einige Glanzparaden hinlegte, konnte dies den 1:9 Erfolg für Wiehl nicht verhindern. Somit ging ein erster, aufregender und sehr ansehnlicher Spieltag zu Ende.

Am Sonntag, den 17.März, hieß es dann zeitig aufstehen, denn das Face Off der ersten Begegnung erfolgte schon um 08.30 Uhr. Zu Beginn trafen die Ice Lions Hannover auf die Weserstars Bremen. Hat man die Spiele vom Vortag noch vor Augen, dann kann man sich vorstellen, wie heiß es wieder auf dem Eis war. Diesmal jedoch zeichneten sich die Ergebnisse nicht so eindeutig wie am Vortag ab. Mit viel Energie lieferten sich beide Teams eine wahres „Gefecht“ welches die Ice Lions mit einem Endstand von 5:3 für sich entschieden. Auch die zweite Begegnung sollte das Eis zum Schmelzen bringen, trafen doch die AngryBirds auf die Tus Wiehl Penguins und diesmal waren die Birds deutlich bissiger unterwegs. Es will ja auch etwas heißen, den Meister der Vorsaison schlagen zu können. Was dann auch eindrucksvoll gelang. Mit 7:6 schlugen die Birds den amtierenden Meister die TuS Wiehl Penguins, dennoch reichte das Gesamtergebnis der Liga aus, den Meistertitel wieder mit nach NRW zu nehmen.

Somit trat am Ende das ein, was sich schon vor Ende der Saison abzeichnete. Die TuS Wiehl Penguins wurden mit 30 Punkten erneut Deutscher Meister in der Para-Eishockey Bundesliga, GRATULATION!

Als Vizemeister mit 24 Punkten, konnten sich die Ice Lions Hannover feiern lassen und die AngryBird belegten bei 12 Punkten den stolzen dritten Platz. Hochachtung heißt es aber auch für das Team der Weserstars Bremen, welche die sehr begehrte „Hockey is Diversity e.V.“ Fair-Play Trophy erhielten und das vollkommen zu Recht, mit 6 Punkten landeten sie jedoch auf Tabellenlatz 4.

Wir können uns vor allen Teams und Helfern rund um die Teams und den Ligabetrieb nur verneigen. In keiner anderen Form des Eishockeys kann man das gemeinsame Spiel trotz unterschiedlicher, persönlicher Voraussetzungen besser erleben als beim Para-Eishockey. Um so wehmütig stimmt es uns, dass das Interesse an den Spielen so gering scheint.

Aber vielleicht hebt die Para-Eishockey WM 2019 diese Form des Spiels deutlich in den Vordergrund, gerade wenn diese WM in Berlin sattfinden würde und vielleicht erhält die DPEL damit mehr Teams und diese mehr Zuschauer, verdient hätten sie es.

Foto: Rolf Lux